Anschaffung eines 3-Tesla-MRT - ein Erfahrungsbericht

Die 3-Tesla-Technik verspricht ein höheres Signal und eine bessere Bildqualität bei dreidimensionalen Bildern aus dem Körperinneren. So entscheiden sich immer mehr radiologische Praxen und Krankenhäuser für ein 3-Tesla-MRT, das den 1,5-Tesla-Magneten ergänzt. Die Euregio-Klinik in Nordhorn investierte 2,2 Mio. Euro und nahm am 15.10.2018 ein neues 3-Tesla-Gerät in Betrieb. Geschäftsführer Jürgen Thau schildert die Vorteile für MTRA im Interview mit Ursula Katthöfer, www.textwiese.com .

Redaktion: Welche Untersuchungen haben sich durch das neue Gerät verbessert?

Thau: Mammografien, hochauflösende Prostatauntersuchungen und kardiologische Untersuchungen waren zuvor nur eingeschränkt möglich. Nun erhalten wir eine optimale Darstellung. Der Sprung ist wie vom Analog-TV zur HD-Qualität.

Redaktion: Wie ist das Gerät ausgelastet?

Thau: Noch ist es zu früh, um das konkret zu sagen. In Zukunft soll das 1,5-T-MRT eine etwas geringere Auslastung haben, das 3-T-MRT soll voll ausgelastet sein. Wir planen einen Regelbetrieb von Montag bis Samstag und haben so noch Kapazitäten für weiteres Wachstum.

Redaktion: Ist es für MTRA einfacher, die Patienten zu positionieren?

Thau: Unsere MTRA sind begeistert, weil die neue Technik entlastet. Die Patiententische haben einen extrem niedrigen Einstieg und sind am MRT-Tisch andockbar. Der Patient muss also nicht umgelagert werden, sondern wird direkt auf die MRT-Platte gefahren. So können auch übergewichtige Patienten problemlos positioniert werden. Die ultradünne Tischplatte ermöglicht den Patienten mehr Platz in der Röhre, der Raum im MRT wird optimal ausgenutzt.

Redaktion: Wie müssen MTRA für das 3-T-MRT geschult werden?

Thau: Ein Vertreter des Herstellers war für mehrere Tage im Haus und hat die Mitarbeiterinnen eingewiesen. Schulungen für Not- und Evakuierungsfälle im Brandfall sowie für die Feuerwehr waren besonders notwendig.

Redaktion: Was verbessert sich für Patienten?

Thau: Sie kommen zunächst in einen Raum mit beruhigender Atmosphäre. An der Decke sehen sie einen freundlichen Wolkenhimmel. In der Röhre mit einem Durchmesser von 70 cm können sie Musik hören und Videos anschauen. Sogar eigene DVDs könnten mitgebracht werden.

Redaktion: Ändert sich für MTRA etwas an der Kommunikation mit den Patienten?

Thau: Über einen Sprachassistenten erhalten die Patienten in einer von 30 Sprachen Atemkommandos und werden zur Dauer der Untersuchung oder zu Tischbewegungen informiert. Bezüglich der Lautstärke gibt der Hersteller eine Reduzierung von 25 Dezibel an. Ein Gehörschutz ist weiterhin notwendig. Die physikalischen Gesetze kann auch dieses MRT nicht außer Kraft setzen.

Redaktion: Warum hat die Euregio-Klinik in ein 3-T-MRT investiert?

Thau: In der Grafschaft Bentheim mit etwa 135.000 Einwohnern sind wir der einzige stationäre Akutversorger mit den Schwerpunkten Chirurgie, Innere Medizin und Neurologie. Unsere Klinik hat 500 Betten. Hinzu kommt ein MVZ mit drei kassenärztlichen Stellen. Wir übernehmen also die komplette radiologische Versorgung für die Grafschaft Bentheim – stationär und ambulant. Die Kapazitäten unseres 1,5-T-Geräts reichten dafür nicht aus. Ein zweiter Grund sind mögliche Ausfälle. Wir hatten eine Phase, in der das MRT stillstand, weil der Hersteller mehrere Tage nach einem Fehler suchte. Die Versorgung lag brach. Das soll sich nicht wiederholen.

Redaktion: War ein Umbau notwendig, um das Gerät zu installieren?

Thau: Wir haben ein neues Gebäude von 115 qm für MRT, Bedienungsraum und Umkleiden errichtet. Das war die günstigste Lösung. Der Einbau neuer Elektro- und Klimatechnik in einem bestehenden Gebäude wäre teuer geworden. Nun liegen beide MRTs nebeneinander, sodass wir kurze Wege haben.

Redaktion: Wie groß muss der Einzugsbereich sein, damit sich ein solches Gerät inklusive Umbau rentiert?

Thau: Mit 135.000 Einwohnern sind wir gut ausgelastet. Die Versorgung verbessert sich. So hat unsere Neurologie eine Stroke Unit. Den Leitlinien zufolge benötigen 40 bis 45 Prozent dieser Patienten eine Untersuchung im MRT. Als wir nur ein MRT hatten, lag unser Anteil bei 20 Prozent. L