Arbeitsschutz für MFA beim Röntgen

von Monika Pohlkamp, MFA und Qualitätsmanagerin, Sendenhorst

Neben Fachpraxen für Radiologie und Orthopädie nutzen auch Hausarztpraxen die Röntgentechnologie. Um unnötige Strahlenbelastungen von Patienten und Praxispersonal zu vermeiden, regelt die Röntgenverordnung (RöV) den Einsatz von Röntgengeräten bzw. strahlentherapeutischen Geräten in der Praxis. „Praxisteam aktiv“ fasst die wesentlichen Bestimmungen für Sie zusammen.

Rolle des Strahlenschutzbeauftragten 

Um die gesetzlichen Vorgaben einhalten und kontrollieren zu können, muss nach § 13 RöV ein Strahlenschutzbeauftragter ernannt werden. Nach § 18 a RöV dürfen dies nur Personen sein, die den erforderlichen Fachkundenachweis im Strahlenschutz besitzen. Die Strahlenschutzfortbildung ist durch Zeugnisse einer anerkannten Institution wie der Ärztekammer, Strahlenschutzzentren von Hochschulen oder TÜV zu belegen.

Die Schulung darf dabei nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Daher sind regelmäßige Weiterbildungen zwingend notwendig. Diese sollten im Fortbildungsplan der betroffenen MFA mit berücksichtigt werden. Auch die praktischen Erfahrungen sind durch Bescheinigungen zu belegen.

Merke

Sollten die Fortbildungsnachweise bei einer Begehung durch die zuständige Behörde nicht vorliegen, kann eine Überprüfung der Fachkenntnisse verlangt werden. Sind diese nicht mehr ausreichend, wird der Erstnachweis entzogen. In diesem Falle ist ein kompletter Neuerwerb erforderlich, was hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeutet.

 

Qualitätssicherung und Wartung 

Alle Röntgentherapiegeräte brauchen Qualitätssicherung. Hier ist unter anderem eine tägliche Konstanzprüfung erforderlich. Diese Prüfung stellt sicher, dass Strahlendosis und Qualität einer Röntgenaufnahme den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Konstanzprüfung kann sehr gut mithilfe einer Checkliste kontrolliert bzw. nachvollzogen werden. Außerdem muss mindestens halbjährlich ein Medizintechniker eine externe Wartung der Geräte durchführen. Dabei sind die Herstellerangaben unbedingt zu berücksichtigen, um das Praxispersonal und die Patienten zu schützen.

Anforderungen an das Personal 

Der Praxisinhaber darf an den Röntgengeräten nur entsprechend qualifiziertes Personal einsetzen. Die jeweiligen Fachkundenachweise müssen in der Praxis vorliegen und regelmäßig aufgefrischt werden. Auch die aktuelle körperliche Verfassung der Mitarbeiterinnen spielt eine große Rolle: Zum Beispiel ist eine Beschäftigung von Schwangeren im Kontrollbereich (hier: Röntgenraum) nur dann zulässig, wenn ein Grenzwert von 1 mSv pro Jahr nicht überschritten wird. Der Praxisinhaber ist verpflichtet, dies regelmäßig mit einem geeigneten Messgerät (Dosimeter) zu prüfen.

Meldung und Dokumentation von Fehlern 

Die RöV und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) verpflichten jeden Betreiber von röntgendiagnostischen, strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Geräten, diese bei der „Ärztlichen Stelle Qualitätssicherung – Strahlenschutz Berlin“ (ÄSQSB) anzumelden und regelmäßig die Qualität zu prüfen. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und neben ausgewählten Patientenakten der ÄSQSB nach Aufforderung zur Überprüfung vorgelegt werden.

Die Ärztlichen Stellen sind nach StrlSchV und RöV verpflichtet, Arztpraxen, die die Empfehlungen der Ärztlichen Stellen nicht beachten, oder besondere Vorkommnisse an die Aufsicht führende Behörde und an die Ärztekammer Berlin zu melden. Dazu gehören unter anderem technische Störfälle oder erhebliche technische Mängel sowie beständiges ungerechtfertigtes Überschreiten der diagnostischen Referenzwerte. Deshalb sollte jede Arztpraxis im eigenen Interesse Fehlermeldungen im Qualitätsmanagement implementieren.

Einweisung des Praxisteams 

Aufgrund des großen Umfangs der RöV sollten die Strahlenschutzbeauftragten in Zusammenarbeit mit der praxiseigenen QMB genaue Anweisungen für die Mitarbeiter erstellen. Um Risiken zu minimieren und Fehler zu vermeiden, sollten gerade auch für neue MFA in schriftlicher Form vorliegen:

  • Checklisten und Arbeitsanweisungen für alle Tätigkeiten,
  • Prozessbeschreibungen für die verschiedenen Abläufe in der Radiologie,
  • Checklisten zur Fehlervermeidung und
  • Formblätter zur Fehlermeldung.