BfS senkt Dosisvorgaben beim Strahlenschutz

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die diagnostischen Referenzwerte für Röntgenanwendungen deutlich gesenkt: zum Teil bis zu 50 Prozent, im Mittel um 20 Prozent. Die Referenzwerte stellen laut BfS Orientierungswerte dar. Ärzte sind angehalten, diese Werte im Mittel zu unterschreiten. Möglich wurde diese Absenkung aufgrund innovativer Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizintechnik.

Neue Diagnostikverfahren einbezogen 

Neben der Senkung der bestehenden Referenzwerte hat das BfS neue Referenzwerte für Untersuchungen eingeführt, die bislang noch nicht berücksichtigt wurden. Dazu gehören insbesondere

  • einige Computertomographie-Untersuchungen und
  • interventionelle Maßnahmen, mit denen besonders hohe Strahlenbelastungen verbunden sind (z. B. komplexe minimalinvasive Eingriffe unter Röntgenkontrolle am Herzen, an den großen Blutgefäßen oder im Gehirn).

Deutlich mehr CTs seit 1996 

Diagnostische und interventionsradiologische Strahlenanwendungen liefern den mit Abstand größten Beitrag zur zivilisatorischen Strahlenbelastung. Im europäischen Vergleich werden in Deutschland im Mittel zwar relativ niedrige Strahlendosen pro Untersuchung verwendet. Allerdings gehört Deutschland zu den Ländern, in denen sehr häufig geröntgt wird (im Mittel 1,4 Röntgenanwendungen pro Person und Jahr). Gerade dosisintensivere CT-Untersuchungen an Erwachsenen haben zwischen 1996 und 2012 um 60 Prozent zugenommen.

Weiterführender Hinweis