Brustkrebs: Mamma-MRT verbessert Früherkennung

Brustkrebs ist mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Trotz der verbesserten Therapie und/oder der verbesserten Früherkennung starben 2012 knapp 18.000 Frauen daran. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass eine Mamma-MRT bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko, die Früherkennung verbessern kann.

Brustkrebsvorsorge in Deutschland 

Jeder Frau zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr wird in Deutschland alle zwei Jahre eine Vorsorge-Mammografie angeboten (Praxisteam aktiv 1/2016, Seite 2). Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko können zudem ein intensiviertes Früherkennungsprogramm nutzen, das u. a. eine jährliche Mamma-MRT-Untersuchung umfasst. Zielgruppe dieses Programms sind

  • Frauen mit BRCA1- oder 2-Mutation und
  • Frauen mit einem lebenslangen Erkrankungsrisiko von > 30 Prozent.

Studie: Mehr als 2.000 Frauen untersucht 

In der an der Universität Aachen und Bonn durchgeführten prospektiven Studie erhielten 2.130 Frauen mit einem lebenslangen Erkrankungsrisiko für Brustkrebs von < 15 Prozent und einem unauffälligen Mammografie-Befund zusätzlich eine Mamma-MRT.

Bei insgesamt 3.861 MRT-Untersuchungen wurde bei 60 Patientinnen eine Brustkrebs-Erkrankung festgestellt. Davon wurden 20 Tumoren als duktale Carcinoma in situ und 40 als invasive Karzinome klassifiziert. Dies entspricht einer Rate zusätzlich entdeckter Karzinome von 15,5 pro 1.000 Untersuchungen. 48 Karzinome wurden dabei während der Erstuntersuchung festgestellt, zwölf Tumoren bei einer Folgeuntersuchung. Im Median waren die Tumoren mit einem Durchmesser von 8 mm relativ klein und in 93 Prozent konnten keine Lymphknotenmetastasen nachgewiesen werden.

Die Sensitivität der Untersuchung - also der Prozentsatz kranker Frauen, die tatsächlich Brustkrebs hatten - lag bei 97 Prozent.

Fazit

Mithilfe der Mamma-MRT können zusätzliche Mammakarzinome identifiziert werden, die in der Mammografie nicht entdeckt werden. Hiervon profitieren auch Frauen mit einem durchschnittlichen Risiko einer Brustkrebserkrankung und insbesondere auch Frauen mit dichtem Drüsengewebe.

 

Weiterführender Hinweis

  • Kuhl CK et al.: Supplemental Breast MR Imaging Screening of Woman with Average Risk of Breast Cancer. Radiology 2017; 283: 361-370; Abstract online unter http://tinyurl.com/y7l575t5