Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Röntgenpass

Mit Inkrafttreten des neuen Strahlenschutzgesetzes sind Arztpraxen und Kliniken seit dem 31.12.2018 nicht mehr verpflichtet, Patienten einen Röntgenpass zur Verfügung zu stellen und Röntgenuntersuchungen darin einzutragen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt dennoch, sowohl Röntgen- als auch nuklearmedizinische Anwendungen wie bislang im Röntgenpass festzuhalten.

Wiederholungsuntersuchungen vermeiden

Mithilfe des Röntgenpasses kann ein Abgleich mit vorherigen Aufnahmen erfolgen und auf unnötige Wiederholungsuntersuchungen verzichtet werden. Außerdem sollte in der Arztpraxis über Verfahren informiert werden, für die keine Röntgenstrahlung oder radioaktiven Stoffe eingesetzt werden. Dazu gehören MRT und Ultraschall, so das BfS.

Untersuchungen müssen gerechtfertigt sein

Eine strahlendiagnostische Anwendung sollte grundsätzlich nur dann durchgeführt werden, wenn alle bisher erhobenen Befunde sorgfältig bewertet worden sind und feststeht, dass sie einen Mehrwert darstellen. Dies ergibt sich aus der gesetzlich vorgeschriebenen rechtfertigenden Indikation. Im Sinne des vorsorgenden Strahlenschutzes sollte daher jede überflüssige Röntgenuntersuchung vermieden werden.

Strahlenbelastung in Deutschland

Medizinische Anwendungen ionisierender Strahlung tragen in erheblichem Maß zur künstlichen Strahlenexposition der Bevölkerung bei. In Deutschland werden etwa 135 Mio. Röntgenuntersuchungen pro Jahr durchgeführt, im Schnitt wird jeder Deutsche also 1,7 Mal pro Jahr geröntgt. Die daraus resultierende Strahlenbelastung liegt bei rund 1,6 mSv. Zum Vergleich: Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung, der eine Person in Deutschland im Schnitt im Jahr ausgesetzt ist, liegt bei 2,1 mSv.

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