CT bei ambulant erworbener Pneumonie

Die ambulant erworbene Pneumonie (community-acquired pneumonia=CAP) wird in deutschen Krankenhäusern etwa 200.000 Mal im Jahr behandelt. Diagnostisch sehen die Leitlinien eine Thorax-Röntgenaufnahme vor. Eine französische Multicenterstudie zeigt nun, dass ein CT-Befund die korrekte Diagnose erleichtert.

CAP nicht unterschätzen 

Die Letalität hospitalisierter Patienten beträgt etwa 12,9 Prozent und steigt mit dem Alter und den Begleiterkrankungen der Patienten. In Deutschland versterben mehr als 20.000 Patienten an einer CAP. Eine frühe und korrekte Diagnose ist daher wichtig. Auch können so unter Umständen unnötige Antibiotikaverordnungen vermieden werden.

Bei 60 Prozent Diagnoseänderung 

In die Studie wurden 319 Patienten eingeschlossen, die in die Notfallaufnahme mit dem klinischen Verdacht einer CAP kamen. Neben einer Röntgenaufnahme des Thorax wurde bei ihnen innerhalb von vier Stunden ein CT durchgeführt. Die Mediziner schätzten sowohl nach Beurteilung des Röntgen-Thorax als auch nach Beurteilung des Thorax-CT die Wahrscheinlichkeit einer CAP ein. Die definitive Diagnose wurde nach 28 Tagen gestellt.

Nach dem Röntgen-Thorax wurden folgende CAP-Diagnosen gestellt:

  • Definitiv: 143
  • Wahrscheinlich oder möglich: 172
  • Ausgeschlossen: 4

Nach dem Thorax-CT wurde die Diagnose bei 187 Patienten verändert. Bei 29 Prozent wurde eine vorher vermutete CAP ausgeschlossen und bei 34 Prozent neu als definitiv eingeschätzt. Auch auf das weitere therapeutische Vorgehen hat das CT Einfluss. Die Autoren der Studie sehen daher im CT bei CAP durchaus einen Zusatznutzen.

Quelle

  • Claessens YE. et al.: Early Chest Computed Tomography Scan to Assist Diagnosis and Guide Treatment Decision for Suspected Community-acquired Pneumonia. Am J of Respir Crit Care Med, 2015, 192(8):974-982.