Hybridbildgebung eröffnet neue Wege

Die Deutsche Röntgengesellschaft und die Gesellschaft für Nuklearmedizin wollen künftig gemeinsam die hybride Bildgebung (PET/MRT, PET/CT, SPECT/CT) als einen wichtigen Eckpfeiler in der klinischen Diagnostik weiter voranbringen. Zu diesem Zweck wurde Ende September 2017 eine „Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft für hybride Bildgebung“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit steht die Entwicklung prospektiver multizentrischer Studienkonzepte.

Kombination zweier bildgebender Verfahren 

Bei der hybriden Bildgebung werden Verfahren aus der Röntgendiagnostik, wie Computertomographie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), mit nuklearmedizinischen bildgebenden Diagnoseverfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kombiniert. Mithilfe der PET wird die physiologische Aktivität bestimmter Organe oder Gewebeschichten ermittelt, indem dem Patienten kleine Mengen radioaktiv markierter Substanzen (Tracer) verabreicht werden. Diese verteilen sich unterschiedlich im Körper und lassen so Rückschlüsse auf die Aktivität des Stoffwechsels und damit auf verschiedene Erkrankungen zu. Allerdings mangelt es diesem Bildgebungsverfahren an anatomischen Informationen. Die neuere Möglichkeit der Kombination der PET-Untersuchung mit der CT hat diese Lücke geschlossen. Entsprechende Vorteile liefert auch die Kombination anderer Schnittbildverfahren wie der nuklearmedizinischen Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) mit der Computertomographie (CT).

MRT bietet weitere Vorteile 

Nachdem sich die PET/CT- und die SPECT/CT-Untersuchungen sehr rasch in der Klinik etablieren konnten, wurde die technische Entwicklung in der Hybridbildgebung weiter fortgesetzt und die PET-Untersuchung mit der MRT kombiniert. Die Kombination dieser beiden Methoden ist äußerst attraktiv, da das MRT in der anatomischen Diagnostik dem CT häufig überlegen ist und zudem die Strahlenexposition für den Patienten noch weiter reduziert werden kann.

Einsatzgebiete der PET-MRT

  • Ganzkörper-Tumor-Staging bei kindlichen Malignomen
  • Ganzkörper- und Lokal-Staging von Tumorerkrankungen (Prostata-Karzinome, HNO-Tumoren, gynäkologische Tumoren, Tumoren des Gastrointestinaltrakts u. a.)
  • Diagnostik von Demenzerkrankungen
  • Primärdiagnostik und posttherapeutische Verlaufskontrolle bei Hirntumoren
  • Vitalitätsdiagnostik am Herzen

 

Anforderungen des Verfahrens an die MTRA: Fachwissen und Teamarbeit 

An MTRA stellt die hybride Bildgebung hohe Anforderungen. MTRA müssen sich sowohl anatomisch gut auskennen als auch die Technik und Computer gut beherrschen. Zwar bringen Hybridsysteme die verschiedenen Aufnahmen automatisch in Deckung. Die MTRA muss jedoch überprüfen, ob die Aufnahmen schlüssig sind oder ob sich durch Bewegungen des Patienten möglicherweise Fehler eingeschlichen haben. Auch der Einsatz teurer Radiopharmaka mit kurzer Halbwertszeit und hoher Strahlenexposition erfordert eine gute Vorbereitung des Patienten und eine optimale Untersuchungsplanung. Hier ist eine gute Teamarbeit zwischen Radiologen, Nuklearmedizinern und MTRA zwingend notwendig.

Weiterführender Hinweis