Kieferorthopädie: MRT senkt die Strahlenbelastung

Bisher ist die Aufnahme eines Röntgenbildes gängige Praxis, wenn bei Heranwachsenden die Zahnstellung korrigiert werden muss. Der Kieferorthopäde bestimmt Winkel und Abstände zwischen sogenannten Landmarken – wichtigen anatomischen Punkten im Ober- und Unterkiefer – um pathologische Veränderungen festzustellen und kieferorthopädische Maßnahmen zu planen.

In einer Studie konnte nun gezeigt werden, dass diese Landmarken mit der MRT ebenso exakt wie im Röntgenbild vermessen werden können. Bei 20 Jugendlichen wurde jeweils ein MRT und ein Röntgenbild angefertigt. Zwei Experten markierten unabhängig voneinander 18 wichtige Landmarken im Kiefer. Ein spezielles Computerprogramm errechnete daraus 14 Winkel und 10 Distanzen, die für eine kieferorthopädische Behandlungsplanung wichtig sind. Ein Vergleich der Daten zeigte eine Abweichung von maximal 3 Grad bei den Winkeln und maximal 3 Millimetern bei den Distanzen zwischen Röntgenbild und MRT – Unterschiede, die im Toleranzbereich von bildgebenden Verfahren liegen.

Der große Vorteil der MRT ist, dass sie ohne Strahlenbelastung auskommt. Auch wenn diese bei zahnärztlichen Untersuchungen gering ist, sollte sie gerade bei Heranwachsenden so weit wie möglich reduziert werden. Weiterhin erhält der Kieferorthopäde zusätzliche Informationen zu den Weichteilen, was die kieferorthopädische Behandlungsplanung beeinflussen kann.

Weiterführender Hinweis

  • Heil A. et al.: Lateral cephalometric analysis for treatment planning in orthodontics based on MRI compared with radiographs. PLoS One. 2017, doi.org/10.1371/journal.pone.0174524