Klaustrophobie-Fragebogen hilft bei MRT-Planung

Bis zu 14 Prozent der Patienten leiden während einer MRT-Untersuchung unter Klaustrophobie, der Angst in engen Räumen. Bei ihnen muss die Untersuchung mitunter abgebrochen werden oder ist nur möglich, wenn die Patienten sediert werden. Studien zufolge verweigern 10,9 Prozent der Frauen eine MRT der Brust aufgrund von Klaustrophobie. Mithilfe des Claustrophobia Qustionnaire (QLC) ist es möglich, das Risiko eines klaustrophobischen Ereignisses bereits vor der Untersuchung abzuschätzen.

Erprobung der deutschen Version des QLC 

An der Berliner Charité wurde nun die deutsche Version des QLC als ein mögliches Screening-Instrument untersucht und ein Cutoff-Wert bestimmt. Dieser Wert soll es ermöglichen, Patienten mit geringer Wahrscheinlichkeit eines klaustrophobischen Ereignisses bereits vor einer MRT-Untersuchung zu erkennen.

In die prospektive Studie wurden 4.288 Patienten eingeschlossen. Sie füllten das aus 26 Fragen bestehende QLC aus. Je Frage konnten zwischen 0 (keine Angst) und 4 Punkten (extreme Angst) erreicht werden. 2.232 Patienten erhielten ein MRT ohne vorher den Fragebogen ausgefüllt zu haben. Sie dienten als Vergleichsgruppe, um auszuschließen, dass ein klaustrophobisches Ereignis allein durch das Ausfüllen des Fragebogens verursacht werden könnte.

Ergebnisse 

Insgesamt erlitten 9,8 Prozent der Studienteilnehmer ein klaustrophobisches Ereignis, wobei die Rate bei den Patienten, die den Fragebogen ausgefüllt hatten, niedriger lag. Bei 0,96 Prozent konnte wegen Bewegungsartefakten aufgrund einer Klaustrophobie keine Diagnose gestellt werden.

Der QLC-Mittelwert lag bei Patienten mit klaustrophobischem Ereignis signifikant höher bei 1,48 ± 0,93 im Gegensatz zu Patienten ohne klaustrophobisches Ereignis mit 0,60 ± 0,59. Der Cutoff-Wert, der eine Aussage über das Ausbleiben eines klaustrophobischen Ereignisses erlaubt, lag bei Frauen bei 0,56 und bei Männern bei 0,14.

Praxishinweis

Wenn eine MTRA den Fragebogen erklärt und der Patient ihn ausfüllt, dauert dies ca. 15 Minuten. Dafür reicht die Zeit im Wartezimmer problemlos aus. Patienten, die im Fragebogen unter dem Cutoff-Wert bleiben, erleiden zu 97 Prozent kein klaustrophobisches Ereignis. Dieses Wissen hilft MTRA bei einer besseren Planung der MRT-Untersuchungen.

 

Weiterführender Hinweis

  • Napp AE et al.: Analysis and Prediction of Claustrophobia during MR Imaging with the Claustrophobia Questionnaire: An Observational Prospective 18-month Single-Center Study of 6500 Patients. Radiology 2017;283(1):148-157; Abstract online unter http://tinyurl.com/y9gvy2ln