Lungenkarzinom: Neue S3-Leitlinie empfiehlt Low-Dose-CT für Risikopatienten

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zur „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“ aktualisiert. Neuerungen betreffen die Therapie des Lungenkarzinoms, seine Stadieneinteilung, seine pathologisch-anatomische Diagnostik, die Aufklärung betroffener Patienten sowie deren palliativmedizinische Versorgung. Für die Radiologie sind vor allem die Änderungen zur Früherkennung des Lungenkarzinoms interessant. Für Risikopatienten empfiehlt die Leitlinie ein Low-Dose-CT.

Wachsende Bedeutung der Früherkennung

2014 erkrankten in Deutschland knapp 35.000 Männer und mehr als 19.000 Frauen an einem Lungenkarzinom. Aufgrund der demografischen Entwicklung und steigender Inzidenzraten bei den Frauen prognostizieren Experten einen Anstieg der Erkrankungsfälle bis 2020. Wegen der hohen Letalität kommt der Früherkennung ein hoher Stellenwert zu.

Low-Dose-CT nur für Risikogruppen

Inzwischen sind die Ergebnisse der US-amerikanischen Studie „National Lung Screening Trial“ veröffentlicht und in die neue S3-Leitlinie eingeflossen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung der verfügbaren Früherkennungsverfahren rechtfertigt aus medizinischer Sicht keine uneingeschränkt positive Empfehlung für ein CT-basiertes Lungenkrebs-Screening. Für folgende Patienten kann jedoch ein Low-Dose-CT zur Früherkennung sinnvoll sein:

  • Asymptomatische Risikopersonen zwischen 55 und 74 Jahren und einer Raucheranamnese von ≥ 30 Packungsjahren und < 15 Jahren Nikotinkarenz
  • Asymptomatische Risikopersonen im Alter ≥ 50 Jahren und einer Raucheranamnese von ≥ 20 Packungsjahren und bestimmten weiteren Risikofaktoren (Z. n. Lungenkarzinom, positive Familienanamnese, Z. n. HNO-Malignom oder anderer Rauchen-assoziierter Malignome, Z. n. Lymphom-Erkrankung, Asbestexposition, COPD, Lungenfibrose)

Zertifizierte Zentren als Leistungserbringer

Die jährliche Untersuchung mittels Low-Dose-CT sollte innerhalb eines qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramms mindestens für zwei Jahre erfolgen und durch ein multidisziplinäres Behandlungsteam, idealerweise in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum durchgeführt werden. An dem Team sollten Radiologen, Pneumologen, Thoraxchirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten beteiligt sein. Begleitend zur Untersuchung sollte eine Raucherentwöhnung stattfinden.

Weiterführender Hinweis

  • Leitlinienprogramm Onkologie: Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, 2018, AWMF-Registernummer: 020/007OL, Kurz- und Langfassung online unter www.iww.de/s577