MRM: Indikationen, Vorbereitung und Durchführung

von Nicole von Lepel, freie MTRA, München, www.mtra-mr.de

Die Magnetresonanz-Mammografie (MRM) ist eine Methode zur Detektion und zum Staging des primären und rezidivierenden Mammakarzinoms. Sie ist das empfindlichste Untersuchungsverfahren der Brust. Die Sensitivität für maligne Brustläsionen beträgt bis zu 95 Prozent, die Spezifität bis zu 90 Prozent. Eine Mammografie kann durch die MRM nicht ersetzt werden, weshalb die MRM in der Brustkrebsdiagnostik eine wichtige und qualitativ hochwertige Ergänzung zur Mammografie und Sonografie ist.

Indikationen der MRM

Eine MRM sollte in folgenden Fällen durchgeführt werden:

  • Ausschluss eines Mammakarzinoms bei Frauen mit hohem familiären Risiko.
  • Differentialdiagnostische Abgrenzung einer Narbe gegen ein Rezidiv oder ein Karzinom.
  • Bei histologisch gesicherten Metastasen eines unbekannten Primärtumors.
  • Ausschluss einer Ruptur einer Silikonbrustprothese (keine Kontrastmittelgabe erforderlich).
  • Ausschluss eines Zweittumors.
  • Kontrolle der Tumorentwicklung während einer Therapie.
  • Ausschluss sehr kleiner, in der Mammografie unsichtbarer, bösartig veränderter Bereiche bei bekanntem Tumor.
  • Ergänzend bei dichter Brust.
  • Ergänzend zur Mammografie und zur Sonografie, wenn keine ausreichende Klärung der Frage nach einem Mammakarzinom erfolgt ist.
  • Kontrolle bei Patientinnen mit Metastasen eines unbekannten Primärtumors während einer Chemotherapie unter bestimmten Voraussetzungen.

Zeitpunkt der Untersuchung?

Der ideale Zeitpunkt für eine MRM bei Frauen im gebärfähigen Alter liegt zwischen dem 5. und 12. Zyklustag. Dies gilt ganz besonders bei Frauen mit dichtem Drüsengewebe. Hormonpräparate müssen sechs Wochen vor dem Untersuchungstermin abgesetzt werden.

Nach einer Bestrahlung der Brust sollte i. d. R. eine Wartezeit von zwölf Monaten eingehalten werden. Bei Differenzierung des Narbengewebes nach Operation und Bestrahlung wird eine Wartezeit von sechs Monaten empfohlen.

Vor der Untersuchung

Kontrollieren Sie den unterschriebenen Patientenfragebogen (Einverständniserklärung) und besprechen Sie diesen ggf. mit der Patientin. Weisen Sie auf mögliche Kontraindikationen hin. Prüfen Sie, ob die Ergebnisse der Laborwertkontrolle (insbesondere Kreatinin und GFR) und der Voruntersuchungen sowie die Vorbefunde vorliegen.

 

Patientenvorbereitung und -aufklärung

So bereiten Sie die Patientin richtig auf die MRM vor:

  • Die Patientin sollte ihren Oberkörper freimachen und ein OP-Hemd mit der Öffnung nach vorne anziehen.
  • Kleidungsstücke mit Metall werden abgelegt, Schmuck wird entfernt.
  • Erklären Sie der Patientin den Untersuchungsablauf und beantworten Sie eventuelle Fragen.
  • Ein intravenöser Zugang wird gelegt.

 

Die Lagerung

Achten Sie darauf, dass die Patientin korrekt gelagert ist:

  • Die Patientin liegt in Bauchlage auf dem Untersuchungstisch (je nach Modalität mit den Füßen oder mit dem Kopf in Richtung Tunnelöffnung).
  • Die Arme liegen neben dem Körper.
  • Die Brust wird gleichmäßig und frei in die Spulentöpfe positioniert und ggf. von medial und lateral mit Polstermaterial leicht fixiert, jedoch nicht komprimiert. Dies dient der weiteren Reduktion von Bewegungsartefakten.
  • Der Kopf der Patientin liegt mit der Stirn auf einem Polster, sodass sie frei atmen kann.
  • Der Gehörschutz wird angelegt und die Patientin nimmt die Notfallklingel in die Hand.
  • Falls eine i. v. Prämedikation erforderlich ist, sollte diese unmittelbar vor Beginn der Untersuchung gegeben werden.
  • Die Patientin wird an den Kontrastmittelinjektor angeschlossen und das Gerät wird zentriert (Lichtvisier auf Spulenmitte).

Praxishinweise

  • Speziell bei der MRM sind Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Patientinnen sind oft ängstlich.
  • Vermeiden Sie hektisches Auftreten.
  • Lagern Sie die Hände der Patientin in Bauchlage unter den Oberschenkeln. So hat die Patientin mehr Halt und liegt ruhiger.
  • Mit Lagerungshilfen wird die Patientin bequem positioniert. Gehen Sie immer auf die Bedürfnisse der Patientin ein.
  • Über einen an der Spule angebrachten Spiegel kann die Patientin herausschauen und fühlt sich sicherer.
  • Über ein Mikrofon können Sie mit der Patientin sprechen, auch das Einspielen von Musik ist hilfreich.

 

Die Technik

Die MRM wird an einem Magnetresonanztomografen mit einer Feldstärke von mindestens 1,5 T und einer dedizierten bilateralen Mammaspule (Breast Coil) in transversaler und coronarer Schnittführung durchgeführt. Der aktuelle Stand der MRM-Technik enthält die dynamische simultane Untersuchung beider Mammae mit fettunterdrückten hochauflösenden T1-gewichteten 3D-Sequenzen vor und nach Kontrastmittelgabe in transversaler oder coronarer Schichtführung. Als Zielvorgabe für die Kontrastmitteldynamik gilt eine zeitliche Auflösung von etwa 90 Sekunden pro Einzelsequenz bei einer Schichtdicke von maximal 3 mm. Im Verlauf der dynamischen Untersuchung werden mindestens fünf Messungen nach Kontrastmittelgabe angefertigt. Die modernen Geräte ermöglichen mittlerweile eine Schichtdicke von bis zu 1 mm mit spektraler Fettsättigung bei einer angemessenen zeitlichen Auflösung. Zusätzlich werden transversale T2-gewichtete sowie coronare T1-gewichtete Sequenzen angefertigt, manchmal auch hochaufgelöste T1 Sequenzen zur Abbildung der Tumormorphologie.