MRT im Mund- und Kieferbereich

Häufiger als neunzigmal pro Minute werden in Deutschland Zähne oder Kiefer geröntgt. Ein Teil dieser insgesamt etwa 48 Mio. Aufnahmen jährlich könnte in Zukunft durch die strahlungsfreie Magnetresonanztomografie (MRT) ersetzt werden. Forscher und Ärzte des Universitätsklinikums Freiburg haben eine MRT-Methode entwickelt, mit der schnell hochauflösende dreidimensionale Bilder gemacht werden können. Im Unterschied zum Röntgen lassen sich mit der MRT nicht nur Zähne und Knochen darstellen, sondern auch Weichgewebe wie Zahnfleisch und Nerven.

Kernstück der als Dental-MRT bezeichneten Methode ist eine etwa einen Zentimeter hohe kabellose Spule aus zwei parallel angeordneten Metallringen (Abbildung online unter http://tinyurl.com/muanytc). Aufgrund ihrer elektrophysikalischen Eigenschaften verstärkt die Doppelspule die MRT-Signale des umschlossenen Gewebes bis zu zehnfach. So wird eine Auflösungsgenauigkeit von etwa einem Drittel Millimeter erreicht, die der des Röntgens nahekommt. Die Spule ist mit allen MRT-Geräten kompatibel und wird am Universitätsklinikum Freiburg bereits in der Operationsplanung eingesetzt. Vor einer Operation können so Kieferknochen, Gefäß-Nerven-Stränge und das umgebende Weichgewebe dargestellt werden, damit bei der Operation besonders schonend vorgegangen werden kann ohne den Nerv zu verletzen. Da für die Patienten keine Strahlenbelastung besteht, kann diese Form der Bildgebung auch erstmals zur regelmäßigen Kontrolle des Heilungsverlaufs eingesetzt werden.

Weiterführender Hinweis

  • Flügge T. et al.: Magnetic resonance imaging of intraoral hard and soft tissues using an intraoral coil and FLASH sequences. Eur Radiol. 2016; 26(12): 4616–4623, online unter http://tinyurl.com/l3e38a4