MRT-Kontrastmittel bei Kindern anscheinend sicher

Bei dem in der Magnetresonanztomografie eingesetzten Kontrastmittel Gadolinium ist es in letzter Zeit zu Diskussionen bezüglich der Sicherheit gekommen. Gadoliniumhaltiges Kontrastmittel gibt es in zwei unterschiedlichen chemischen Verbindungen. In einem Fall ist Gadolinium linear gebunden, im anderen Fall ist es eingebettet in makrozyklische Moleküle. Wird lineares gadoliniumhaltiges Kontrastmittel wiederholt angewendet, kann es zu Ablagerungen der Substanz im Gehirn kommen. Über gesundheitliche Risiken, die im Zusammenhang mit diesen Ablagerungen stehen, ist bislang jedoch nichts bekannt.

Task Force der DRG 

Um diese Problematik im Auge zu behalten, hat die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) eine eigene Task Force ins Leben gerufen, die sich mit gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln beschäftigt.

Gadolinium bei Kindern 

In einer Untersuchung zum Einsatz von makrozyklischem Gadolinium bei Kindern fanden Kinderradiologen aus Düsseldorf nun keine Anzeichen für Ablagerungen des MRT-Kontrastmittels im Nervensystem. Aus über 8.000 Kopf-MRT-Untersuchungen identifizierten sie 24 Kinder, die mindestens neun Mal eine Kopf-MRT mit makrozyklischem gadoliniumhaltigem Kontrastmittel erhalten hatten. Im Mittel wurden 14 Untersuchungen durchgeführt. Um reifungsbedingte Veränderungen im Gehirn auszugleichen, wurde jedem Kind eine gleichaltrige Vergleichsperson mit unauffälligem Kopf-MRT ohne Kontrastmittelgabe zugeordnet. Dann wurden die Signalintensitäten verglichen.

Signalintensität unauffällig 

Es zeigte sich, dass in zwei für die Ablagerungen relevanten Regionen des Gehirns, dem Globus pallidus und dem Nucleus dentatus, keine höhere Signalintensität im Vergleich zur Kontrollgruppe nachgewiesen werden konnte. Ebenso gab es keinen Zusammenhang zwischen der Zahl der MRT-Untersuchungen und der Signalintensität.

Fazit

Die Radiologen interpretieren die Daten als Hinweis darauf, dass sich makrozyklische gadoliniumhaltige Kontrastmittel nicht in größerem Umfang im Nervengewebe von Kindern ablagern, und dass diese auch bei wiederholter Gabe sicher sind. Zwar solle die Indikation für eine Kontrastmittelgabe bei Kindern streng gestellt werden. Wenn Kontrastmittel für die Diagnose notwendig sei, solle es jedoch auch angewendet werden.

 

Weiterführender Hinweis

  • Eine ausführliche Pressemitteilung sowie eine grafische Darstellung der Ergebnisse finden Sie auf der DRG-Website, online unter http://tinyurl.com/yb99ef9s