Was tun bei Angst vor einer MRT-Untersuchung?

von Nicole von Lepel, freiberufliche MTRA, München, www.mtra-mr.de

Mindestens 15 Prozent aller Patienten haben Probleme bei einer MRT-Untersuchung. Sie leiden unter Raumangst, d. h. der Angst vor engen, geschlossenen Räumen (Klaustrophobie). Für diese Patienten kann die Untersuchung in einem MRT aufgrund des beengten Raumes und der Lautstärke zu einem Albtraum werden. Praxisteam aktiv fasst zusammen, wie Patienten und MTRA mit der Angst vor der Untersuchung umgehen können.

Mögliche Symptome 

Liegt beim Patienten eine Klaustrophobie vor, können folgende Symptome während einer MRT-Untersuchung auftreten:

  • Hyperventilation
  • Herzrasen
  • Beklemmung
  • Schweißausbrüche

Im Extremfall muss die Untersuchung abgebrochen werden.

Durchführung der MRT  

Der Patient liegt in einem tunnelförmigen Magneten von etwa 60 cm Durchmesser.

  • Er darf sich nicht bewegen.
  • Die Untersuchungsdauer liegt bei etwa 15 bis 30 Minuten, je nach Art der Untersuchung.

Praxishinweis

Nehmen Sie die Frage nach einer Klaustrophobie als festen Bestandteil in den Patientenbogen auf, um eine MRT-Untersuchung im Vorfeld besser planen zu können. Eine besondere Situation entsteht, wenn ein Patient das erste Mal klaustrophobisch reagiert. Dann sollten Sie als MTRA Einfühlungsvermögen zeigen.

 

Bauweise des MRT 

Beim herkömmlichen geschlossenen System ähnelt das Gerät einem Tunnel, der vorne und hinten offen ist. Es gibt inzwischen auch MRTs, die einen Durchmesser von ca. 70 cm haben. Auch diese sind hinten und vorne offen.

Beim offenen System liegt der Patient zwischen zwei gegenüberliegenden Platten. Die Spule zum Erzeugen des Magnetfeldes ist dabei zweigeteilt. Ein Teil befindet sich in der Bodenplatte unter dem Patienten, der zweite Teil in der Deckplatte über dem Patienten, sodass der Patient abhängig von der Untersuchung zur Seite aus dem Gerät schauen kann. Vor einer geplanten Untersuchung in einem offenen MRT-System sollte bei der jeweiligen Krankenkasse die Kostenübernahme geklärt werden.

Was kann vor der Untersuchung getan werden? 

Schon vor der Untersuchung von Angstpatienten können Sie folgende Vorkehrungen treffen.

  • Ist eine Klaustrophobie im Vorfeld bekannt, ist es sinnvoll dies im Terminkalender mit zu berücksichtigen und einzuplanen - mit oder ohne Medikation.
  • Der Patientenbogen sollte die Frage nach einer Klaustrophobie enthalten (siehe Praxishinweis).
  • Der Arzt oder die MTRA sollten den Patienten über die Untersuchung, den Ablauf und über mögliche Beruhigungsmaßnahmen aufklären.
  • Der Patient sollte sich gut betreut fühlen und ernst genommen werden, auch wenn dies längere Zeit in Anspruch nehmen kann.

Was kann der Patient während der Untersuchung tun? 

Als MTRA können Sie dem Patienten folgende Tipps geben:

  • Die Augen sollten geschlossen gehalten werden.
  • Der Patient sollte versuchen, an etwas Schönes zu denken, um sich abzulenken. Konzentration ist dabei sehr wichtig.
  • Autogenes Training oder andere Entspannungsübungen können helfen.

Was kann die MTRA tun? 

Vor und während der Untersuchung sollten Sie als MTRA beruhigend auf den Patienten einwirken und professionell mit der Situation umgehen.

  • Einfache Erklärungen über die Technik und vorheriges Zeigen des Geräts nehmen dem Patienten viele Ängste.
  • Je nach Gerät und Untersuchung gibt es die Möglichkeit, eine Brille oder einen Spiegel zum Rausschauen zu befestigen.
  • Die Augen können mit einer Schlafbrille oder einem Tuch abgedeckt werden.
  • Steht eine Begleitperson zu Verfügung, sollte diese zur Beruhigung mit in den Untersuchungsraum gehen.
  • Möchte der Patient Musik hören, ist dies in der Regel über einen Kopfhörer möglich.
  • Wünscht der Patient Informationen während der Messungen, so ist es möglich - je nach Art der Untersuchung - diese über einen Kopfhörer zu geben, z. B. über Zeit und Dauer der Untersuchung.
  • Je nach Organuntersuchung kann der Patient mit dem Kopf außerhalb des Magneten gelagert werden.

Medikamentöse Maßnahmen 

Wenn diese Maßnahmen nicht zum Ziel führen, gibt es die Möglichkeit, die Untersuchung mithilfe von oralen Beruhigungsmitteln durchzuführen. Die Einnahme von Rescue Tropfen aus der Bachblütentherapie gilt als „Beruhigungsmaßnahme“. Sie ist für außergewöhnliche Situationen gedacht und soll unterstützend wirken. Weiterhin können orale, angstlösende Medikamente wie Benzodiazepine eingesetzt werden, welche die Patienten etwa 20 bis 30 Minuten vor der Untersuchung einnehmen. Hierbei ist wichtig, dass eine Begleitperson vor Ort ist oder den Patienten abholt, denn die Patienten dürfen aus Sicherheitsgründen den Rest des Tages weder am Straßenverkehr teilnehmen noch schwere Maschinen bedienen.

Praxishinweis

In einigen Fällen, lässt sich aufgrund der ausgeprägten Klaustrophobie die MRT trotz einer oralen Medikamentengabe nicht durchführen. Hier bleibt die Möglichkeit einer intravenösen Sedierung mit Benzodiazepinen, die eine Überwachung des Patienten mittels Pulsoximeter erfordert.